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Wie gut spazieren gehen bei Rückenschmerzen hilft

Vorab: Ja es hilft wirklich gut. Das sagt auch eine Studie aus Australien[1]. Tägliche Spaziergänge über 30 Minuten können das Intervall von Schmerzattacken im Rücken verlängern.

Ungefähr 800 Millionen Menschen weltweit leiden unter akuten Rückenschmerzen. Bei den wenigsten Betroffenen bleibt es bei einer einzigen Attacke. Bei 7 von 10 Menschen, die sich von einer Episode erholen, kommt es innerhalb eines Jahres erneut zu Rückenschmerzen.
Eine unterschätzte Prävention sind sportliche Aktivitäten. Der regelmäßige Besuch des Fitnessstudios kann die Rückenmuskulatur stärken. Er ist jedoch mit Kosten verbunden und nicht jedermanns Sache. Eine einfache und in der Regel kostenlose Alternative könnten regelmäßige Spaziergänge sein. Allerdings fehlt es den Betroffenen häufig an der Einsicht und der Motivation.      
Ein Team um Natasha Pocovi von der Macquarie University in Sydney hat deshalb ein Programm erarbeitet, bei dem Physiotherapeuten mit den Patienten einen individuellen Bewegungsplan entwerfen und den Patienten als Coach beratend zur Seite stehen. In den ersten 12 Wochen gab es 5 Termine, eine abschließende Besprechung fand nach 6 Monaten statt.

Bei den Treffen ging es darum, einen persönlichen Bewegungsplan zu entwerfen, diesen in das Zeitbudget der Patienten zu integrieren und dabei die Vorlieben der Patienten zu berücksichtigen. Die Teilnehmenden erhielten zudem eine Schulung zu den Vorteilen körperlicher Bewegung, um ihre Motivation zu stärken.
Die Effektivität des Coachings wurde in einer randomisierten Studie an 701 Patienten untersucht.

Während des Coachings waren die Teilnehmer tatsächlich motiviert. Die Schrittzähler zeigten eine Zunahme um 611 Schritte pro Tag an. Ein deutliches Plus gab es auch beim schnellen Gehen (plus 616 Schritte/Tag) und der sportlichen Aktivität (plus 6,4 Minuten/Tag). Nach dem Ende des Coachings ließ die Motivation jedoch wieder nach. Nach 12 Monaten gab es keine Unterschiede mehr zur Vergleichsgruppe.        
Das Coaching hat dennoch eine positive Wirkung erzielt. Die nächste akute Schmerzattacke trat erst nach 208 Tagen auf gegenüber einem Intervall von 112 Tagen bei den Teilnehmenden ohne Coaching. Die Häufigkeit der Schmerzattacken ging um 28 % zurück.

Natasha Pocovi ist von der Wirkung der Gehtherapie überzeugt. Man wisse zwar nicht genau, warum Gehen Rückenschmerzen vorbeuge. Wahrscheinlich sei es eine Kombination aus sanften Bewegungen, einer Belastung und Stärkung der Wirbelsäulenstrukturen und -muskeln sowie die Entspannung und der Stressabbau. Auch die Freisetzung von Glückshormonen bei längeren Spaziergängen könne helfen.

Was meinst Du? Geht es Dir auch persönlich besser nach einem längeren Spaziergang? Vielleicht probierst Du es am nächsten Wochenende einfach mal aus.

 

 



[1] The Lancet (2024; DOI: 10.1016/S0140-6736(24)00755-4).

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